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Energie Optimiert GbR
Lüftung & Wohngesundheit 6 Min Aktualisiert: 29. September 2026

Lüftungskonzept nach DIN 1946-6: Wann es nötig ist

Wann ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 in Berlin und Brandenburg erforderlich ist, welche Lüftungsstufen es gibt und was der Nachweis für Fenstertausch und Sanierung bedeutet.

Illustration zum Ratgeber: Lüftungskonzept nach DIN 1946-6: Wann es nötig ist

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 wird immer dann relevant, wenn mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht oder eine Sanierung mit lufttechnisch relevanten Maßnahmen umgesetzt wird
  • Die Norm unterscheidet vier Lüftungsstufen, von Feuchteschutz bis Intensivlüftung, und legt fest, ab wann eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist
  • Der Nachweis ist prüffähig zu dokumentieren und schützt vor Feuchteschäden, die nach dichten neuen Fenstern besonders häufig auftreten
Inhalt dieses Artikels
  1. 01 Was ein Lüftungskonzept regelt
  2. 02 Wann das Konzept nötig wird
  3. 03 Die vier Lüftungsstufen im Überblick
  4. 04 Ablauf und Ergebnis in der Praxis
  5. 05 Zusammenhang mit Schimmel und Feuchte
  6. 06 Kosten und Einordnung
  7. 07 Fazit

Wer in Berlin oder Brandenburg Fenster tauscht oder eine Sanierung plant, stößt früher oder später auf den Begriff Lüftungskonzept nach DIN 1946-6. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer wissen nicht genau, wann dieser Nachweis nötig wird und was dahintersteckt. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Zusammenhänge.

Was ein Lüftungskonzept regelt

Die DIN 1946-6 legt fest, wie der notwendige Luftwechsel in Wohngebäuden sichergestellt wird, um Feuchteschäden und Schimmel vorzubeugen. Grundgedanke der Norm: Je dichter ein Gebäude gebaut oder saniert wird, desto weniger Feuchtigkeit entweicht unkontrolliert über Fugen, also muss der Luftwechsel gezielt sichergestellt werden. Das Lüftungskonzept prüft, ob die vorhandene Lüftungssituation ausreicht oder ob eine zusätzliche Maßnahme erforderlich wird.

Wann das Konzept nötig wird

Relevant wird ein Lüftungskonzept vor allem in zwei Fällen: wenn mehr als ein Drittel der Fenster einer Nutzungseinheit ausgetauscht wird, oder wenn im Zuge einer Sanierung die Luftdichtheit der Gebäudehülle deutlich verbessert wird, etwa durch neue Dämmung oder abgedichtete Anschlüsse. Beide Fälle kommen in Berlin und Brandenburg häufig vor: im Berliner Altbau oft beim Austausch alter Kastenfenster, in Brandenburg häufig im Zuge einer umfassenderen energetischen Sanierung.

Die vier Lüftungsstufen im Überblick

Die Norm unterscheidet vier Stufen, die den Luftwechsel je nach Zweck beschreiben. Sie reichen vom reinen Schutz der Bausubstanz bis zur kurzfristigen Intensivlüftung.

LüftungsstufeZweckWer sorgt dafür
FeuchteschutzSchutz der Bausubstanz bei AbwesenheitMuss immer sichergestellt sein
Reduzierte LüftungGrundlüftung im AlltagNutzer oder technische Lösung
NennlüftungNormale Nutzung bei AnwesenheitNutzer oder technische Lösung
IntensivlüftungKurzfristige Lastspitzen, z. B. KochenMeist manuell über Fenster

Der Feuchteschutz muss laut Norm immer gewährleistet sein, unabhängig vom Nutzerverhalten. Genau hier setzt das Lüftungskonzept an: Es prüft, ob dieser Mindestluftwechsel ohne technische Unterstützung erreicht wird oder ob eine lüftungstechnische Maßnahme nötig ist.

Ablauf und Ergebnis in der Praxis

Für das Konzept werden die betroffenen Räume, die geplanten Baumaßnahmen und die vorhandene Luftdichtheit erfasst. Daraus errechnet sich der erforderliche Luftwechsel je Lüftungsstufe. Ergibt die Prüfung, dass der Feuchteschutz allein über Fenster nicht sicher erreichbar ist, empfiehlt das Konzept eine passende lüftungstechnische Maßnahme, von einzelnen Außenluftdurchlässen bis zu dezentralen oder zentralen Lüftungsanlagen. Das Ergebnis wird prüffähig dokumentiert und kann sowohl gegenüber Bauaufsicht als auch gegenüber Förderstellen vorgelegt werden.

Zusammenhang mit Schimmel und Feuchte

Ein fehlendes oder unzureichendes Lüftungskonzept ist eine der häufigsten Ursachen für Schimmelprobleme nach einer Sanierung. Wird die Gebäudehülle dichter, ohne den Luftwechsel neu zu betrachten, steigt die relative Luftfeuchte in den Räumen an, insbesondere an kühlen Bauteiloberflächen. Wer bereits mit Feuchteproblemen zu kämpfen hat, lässt über eine Feuchtemessung klären, ob die Ursache im Lüftungsverhalten oder in der Bausubstanz liegt, mehr dazu im Beitrag Schimmel vermeiden.

Kosten und Einordnung

Die Kosten für ein Lüftungskonzept richten sich nach der Anzahl der Räume und der Komplexität der Konstruktion, für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt der Aufwand häufig im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich (Beispielwert, Stand 2026, ohne Gewähr). Verglichen mit den Folgekosten eines Feuchteschadens ist das eine überschaubare Investition.

Fazit

Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern schützt die Bausubstanz und die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Wer in Berlin oder Brandenburg Fenster tauscht oder saniert, sollte den Bedarf frühzeitig prüfen lassen. Mit ein paar Angaben zum Gebäude lässt sich der passende nächste Schritt klären.

Häufige Fragen

Muss ich nach einem Fenstertausch immer ein Lüftungskonzept erstellen lassen?
Die DIN 1946-6 sieht das vor, sobald mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht wird oder im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird, weil sich dadurch die Luftdichtheit spürbar verändert.
Bedeutet ein Lüftungskonzept automatisch den Einbau einer Lüftungsanlage?
Nein, das Konzept prüft zunächst den Bedarf. Je nach Ergebnis kann freie Lüftung über Fenster ausreichen, in vielen Fällen empfiehlt sich aber eine ventilatorgestützte Lösung, zum Beispiel dezentrale Einzelraumgeräte.
Ist der Nachweis auch für die Förderung relevant?
Ja. Erhöht eine BAFA-geförderte Maßnahme die Luftdichtheit, etwa ein Fenstertausch oder eine Dachdämmung, ist nach den technischen FAQ zur BEG ein Lüftungskonzept zu erstellen (Stand 29.09.2026). Es muss mindestens klären, ob lüftungstechnische Maßnahmen für den Feuchteschutz nötig sind.

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