Effizienzhaus 40, 55, 70, 85: Die Stufen und ihre Förderung
Was die Effizienzhaus-Stufen 40, 55, 70 und 85 bedeuten, wie sie sich auf Primärenergiebedarf und Tilgungszuschuss auswirken und welche Stufe für Berlin und Brandenburg realistisch ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl im Effizienzhaus-Namen gibt den Jahres-Primärenergiebedarf in Prozent eines gesetzlichen Referenzgebäudes an, je niedriger die Zahl, desto besser
- Förderfähig in der Sanierung sind die Stufen Effizienzhaus 85, 70, 55 und 40 über das KfW-Programm 261, dazu die Sonderkategorie Denkmal, jeweils mindestens als Erneuerbare-Energien-Klasse (EE), optional zusätzlich als Nachhaltigkeits-Klasse (NH)
- Effizienzhaus 55 gilt in der Sanierung häufig als wirtschaftlicher Zielwert, der Sprung auf 40 ist technisch anspruchsvoller und teurer
Inhalt dieses Artikels
Wer eine Komplettsanierung plant, stößt schnell auf Begriffe wie Effizienzhaus 55 oder Effizienzhaus 40. Diese Stufen entscheiden über die Höhe des Tilgungszuschusses und über den technischen Aufwand der Sanierung. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter den Zahlen steckt und welche Stufe für Berlin und Brandenburg realistisch ist.
Was die Zahl bedeutet
Die Zahl im Namen des Effizienzhauses gibt den Jahres-Primärenergiebedarf (QP) in Prozent eines gesetzlichen Referenzgebäudes nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG) an. Ein Effizienzhaus 55 benötigt rechnerisch nur 55 Prozent der Primärenergie, die ein vergleichbares Referenzgebäude verbrauchen würde. Je niedriger die Zahl, desto besser die Effizienz. Zusätzlich muss der Transmissionswärmeverlust der Hülle die Grenzwerte der jeweiligen Stufe einhalten.
Die vier förderfähigen Stufen
In der Sanierung sind über das KfW-Programm 261 die Stufen Effizienzhaus 85, 70, 55 und 40 förderfähig, dazu die Sonderkategorie Effizienzhaus Denkmal für geschützte Gebäude. Jede Stufe setzt die Erneuerbare-Energien-Klasse voraus, sie ist seit dem 21.07.2026 kein Bonus mehr, sondern Mindestvoraussetzung: mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien für Wärme und Kälte. Zusätzlich ist die Nachhaltigkeits-Klasse (NH) mit QNG-PLUS-Zertifikat möglich, sie erhöht den Tilgungszuschuss um 5 Prozentpunkte. Je niedriger die Zahl, desto höher fällt der Tilgungszuschuss aus, gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen und die Kosten.
| Stufe | Primärenergie vs. Referenz | Einordnung |
|---|---|---|
| EH 85 | 85 % | günstiger Einstieg, mit EE-Klasse ohne Tilgungszuschuss |
| EH 70 | 70 % | guter Kompromiss bei Altbau |
| EH 55 | 55 % | häufig wirtschaftlicher Zielwert |
| EH 40 | 40 % | höchster Zuschuss, hohe Kosten |
Wie sich die Förderung unterscheidet
Der Tilgungszuschuss der KfW mindert die zurückzuzahlende Kreditsumme und steigt mit sinkender Effizienzhaus-Zahl. Zusätzlich kann für besonders ineffiziente Ausgangsgebäude (Worst Performing Building) ein Bonus von 10 Prozentpunkten bei den Stufen EH 70, 55 und 40 hinzukommen. Verbindlich sind allein die tagesaktuell im KfW-Merkblatt 261 veröffentlichten Sätze, die folgende Tabelle zeigt den Stand 28.09.2026 ohne Gewähr.
| Stufe | Tilgungszuschuss EE-Klasse | Tilgungszuschuss NH-Klasse |
|---|---|---|
| EH 85 | 0 % (nur Zinsvorteil) | 5 % |
| EH 70 | 0 % (nur Zinsvorteil) | 5 % |
| EH 55 | 5 % | 10 % |
| EH 40 | 10 % | 15 % |
| EH Denkmal | 5 % | 10 % |
Effizienzhaus oder Einzelmaßnahme
Nicht jedes Vorhaben braucht eine volle Effizienzhaus-Stufe. Wer nur eine einzelne Maßnahme umsetzt, etwa die Dachdämmung oder den Fenstertausch, fördert das oft besser über die BAFA-Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent Basisförderung, mit iSFP-Bonus 5 Prozentpunkte mehr auf den Kostenanteil über 30.000 Euro je Antrag (bei einer Wohneinheit). Beide Wege lassen sich für dasselbe Gebäude nicht kombinieren, zwischen einem Effizienzhaus-Vorhaben und Einzelmaßnahmen liegt eine Sperrfrist von drei Jahren. Für eine echte Komplettsanierung mit klarem Zielstandard ist der Effizienzhaus-Weg über die KfW meist der wirtschaftlichere Weg.
Welche Stufe ist realistisch
Die passende Stufe hängt stark vom Ausgangszustand ab. Ein Berliner Gründerzeitaltbau mit erhaltenswerter Fassade erreicht durch die Sanierung häufig Effizienzhaus 70 oder 55, weil Eingriffe an der Außenwand durch Denkmal- oder Milieuschutz begrenzt sein können. Ein freistehendes Brandenburger Einfamilienhaus im Umland kommt bei einer umfassenden Sanierung von Hülle und Anlagentechnik dagegen öfter bis auf Effizienzhaus 55 oder 40 (Beispiel, Orientierung). Welche Stufe für ein konkretes Gebäude technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, klärt eine individuelle Berechnung von Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust im Rahmen der energetischen Fachplanung.
Reihenfolge der Maßnahmen
Ein Effizienzhaus entsteht durch das Zusammenspiel von Gebäudehülle und Anlagentechnik. Wichtig ist die richtige Reihenfolge: erst die Hülle verbessern, dann die reduzierte Heizlast berechnen, dann die Heizung passgenau dimensionieren. Wird die Heizung zuerst geplant, fällt sie häufig zu groß und damit teurer in Anschaffung und Betrieb aus. Für Berlin und Brandenburg lohnt sich zusätzlich der Blick auf die Landesprogramme, siehe Förderung in Berlin und Förderung in Brandenburg.
Fazit
Die Effizienzhaus-Zahl beschreibt den Primärenergiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude, je niedriger, desto höher Förderung und Aufwand zugleich. Alle genannten Fördersätze sind Orientierungswerte zum Stand 28.09.2026, ohne Gewähr, und werden vor jedem Antrag tagesaktuell geprüft. Wer die passende Stufe für das eigene Gebäude ermitteln möchte, findet Details bei der KfW-Förderbegleitung für Effizienzhaus-Sanierung oder fragt die Begleitung direkt an.
Häufige Fragen
Welche Effizienzhaus-Stufe ist die beste?
Muss ich für ein Effizienzhaus alles auf einmal sanieren?
Welche Effizienzhaus-Stufe ist in Berlin und Brandenburg realistisch?
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Fachlich geprüft von Firas Hassan dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte, Energie Optimiert GbR, Berlin und Brandenburg