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Energie Optimiert GbR
Recht & Nachweise 5 Min Aktualisiert: 29. September 2026

Bauteilnachweis nach GModG (früher GEG): wann er reicht und wie er funktioniert

Der Bauteilnachweis belegt rechnerisch nach DIN EN ISO 6946, dass Außenwand, Dach, Fenster oder Kellerdecke die U-Wert-Anforderungen nach Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG) und BEG-Förderung einhalten, als Grundlage für Genehmigung, Zuschuss und Auszahlung in Berlin und Brandenburg.

Illustration zum Ratgeber: Bauteilnachweis nach GModG (früher GEG): wann er reicht und wie er funktioniert

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bauteilnachweis rechnet je Bauteil den U-Wert nach DIN EN ISO 6946 und belegt die Einhaltung der maßgeblichen Anforderung.
  • GModG-Höchstwerte (Anlage 7) und BEG-Förderwerte sind zu trennen, die Förderung ist deutlich strenger, etwa 0,20 statt 0,24 W/(m²K) bei der Außenwand.
  • Ohne prüffähigen U-Wert-Nachweis gibt es weder GModG-Konformität noch BAFA-Zuschuss.
  • Im Bestand ist das Bauteilverfahren, Bauteil für Bauteil, der Regelweg für geförderte Einzelmaßnahmen.
  • Für die BAFA-Förderung gehört der Nachweis in die Technische Projektbeschreibung (TPB) vor dem Antrag, nach Abschluss folgt der Technische Projektnachweis (TPN).
Inhalt dieses Artikels
  1. 01 Rechenbeispiel: Berliner Bestandswand
  2. 02 Wer erstellt welchen Nachweis?
  3. 03 Kosten und Förderung in der Übersicht
  4. 04 Förderung
  5. 05 Beratung in Berlin und Brandenburg

Ein Bauteilnachweis rechnet für Ihr Gebäude in Berlin oder Brandenburg jeden U-Wert schichtweise nach DIN EN ISO 6946 und belegt prüffähig, dass Außenwand, Dach, Fenster oder Kellerdecke die maßgebliche Anforderung einhalten. Wir trennen die gesetzlichen GModG-Höchstwerte klar von den strengeren BEG-Förderwerten, dokumentieren Wärmebrücken und Feuchteschutz mit und liefern auf Wunsch TPB und TPN für die BAFA-Förderung aus einer Hand.

Rechenbeispiel: Berliner Bestandswand

Das folgende Beispiel dient der Orientierung und ist keine Zusage. Ausgangslage ist eine typische Berliner Bestandswand aus 36 cm Vollziegelmauerwerk, beidseitig verputzt, gerechnet vereinfacht mit Bemessungswerten. Innenputz, Vollziegel und Außenputz ergeben zusammen mit den Übergangswiderständen Rsi 0,13 und Rse 0,04 einen Gesamtwiderstand RT von rund 0,743 m²K/W, also einen U-Wert Bestand von rund 1,35 W/(m²K). Dieser Wert liegt weit über dem GModG-Höchstwert für erneuerte Außenwände und über dem Förderwert. Nach einer Dämmung mit 16 cm Wärmedämmverbundsystem (Lambda 0,032) kommt ein zusätzlicher Widerstand von 5,00 m²K/W hinzu, das neue RT steigt auf 5,743 m²K/W und der U-Wert sinkt auf rund 0,17 W/(m²K). Damit unterschreitet die Wand den Höchstwert nach Anlage 7 GModG von 0,24 und den BEG-Förderwert von 0,20 W/(m²K) und ist förderfähig. Bereits 14 cm Dämmung würden die 0,20-Marke erreichen, die 16 cm schaffen Reserve für Wärmebrückeneinflüsse (Beispiel/Orientierung). Für Ihr Gebäude rechnen wir den realen Aufbau statt einer Musterwand.

Wer erstellt welchen Nachweis?

WegWas Sie erhaltenFörderfest?
Kostenloser Online-U-Wert-Rechnergrober U-Wert ohne Dokumentationnein
Hersteller- oder BaumarktberatungProduktempfehlungnein
Handwerksbetrieb ohne ExperteAngebot, grobe Wertenein für BEG-Antrag
Selbst gerechneter NachweisU-Wert ohne Bestätigungnein
Energieeffizienz-Fachperson (dena-Liste)prüffähiger Nachweis, TPB, TPNja
Energie Optimiert GbRNachweis plus Förderprozess, auf Wunsch Baubegleitung (die Ausführung vergeben Sie an Fachbetriebe Ihrer Wahl)ja

Kosten und Förderung in der Übersicht

FallEinordnungDetail
Reiner U-Wert-Nachweis, 1 Bauteilca. 180 bis 450 €marktübliche Orientierung, ohne Förderdokumente
Bauteilnachweis-Paket, 3 bis 4 Bauteile (GModG)ca. 480 bis 950 €Beispielwert vor Förderung
Förderservice Einzelmaßnahme inkl. Fachplanung, TPB und TPN (je Maßnahme, Ein- und Zweifamilienhaus)1.298 € Festpreis, nach unserem Fahrplan 1.098 € (unser Preis)BAFA erstattet nach Bewilligung 50 Prozent, Eigenanteil 649 € bzw. 549 €
BEG-Zuschuss Gebäudehülle (BAFA)meist vierstellig, 1. Wohneinheit höchstens 4.500 € ohne und 10.500 € mit iSFPübersteigt den Nachweis in der Regel um ein Vielfaches
iSFP-Bonus zusätzlich möglich5 Prozentpunkteseit 21.07.2026 nur auf den Kostenanteil über 30.000 € je Antrag (bei einer Wohneinheit), vor Antrag prüfen

Außer dem Förderservice sind das marktübliche Orientierungswerte, kein Angebot von Energie Optimiert. Ihren individuellen Preis nennen wir nach kurzer Klärung im kostenlosen Erstgespräch. Förderangaben Stand 28.09.2026, ohne Gewähr.

Förderung

Der Bauteilnachweis ist Voraussetzung für die BEG-Einzelmaßnahmen des BAFA an der Gebäudehülle. Der U-Wert-Nachweis gehört in die Technische Projektbeschreibung (TPB), die die Energieeffizienz-Fachperson vor der Antragstellung erstellt, nach Abschluss folgt der Technische Projektnachweis (TPN) für den Verwendungsnachweis. In Berlin und Brandenburg lässt sich die Bundesförderung grundsätzlich mit anderen Fördermitteln kombinieren, auch mit Landesprogrammen von IBB und ILB, solange die öffentlichen Mittel zusammen höchstens 60 Prozent der förderfähigen Kosten ausmachen; ausgeschlossen ist etwa die Kombination mit der Steuerermäßigung nach § 35c EStG für dieselbe Maßnahme (Stand 28.09.2026).

Beratung in Berlin und Brandenburg

Wir beraten dena-gelistet und ausschließlich in Berlin und Brandenburg. Wenn Sie wissen möchten, welche U-Werte Ihre geplante Dämmung oder Ihre neuen Fenster erreichen müssen, schildern Sie Ihr Vorhaben im Formular auf dieser Seite für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Häufige Fragen

Was ist ein Bauteilnachweis?
Ein Bauteilnachweis belegt rechnerisch, dass ein einzelnes Bauteil der Gebäudehülle einen geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) einhält. Für jede wärmeübertragende Fläche, also Außenwand, Dach, Fenster oder Kellerdecke, wird bestimmt, wie viel Wärme sie pro Quadratmeter und Kelvin durchlässt, angegeben in W/(m²K). Weil der Nachweis Bauteil für Bauteil geführt wird, spricht die Praxis vom Bauteilverfahren, im Gegensatz zum Bilanzverfahren, das das ganze Gebäude als System rechnet. In der Sanierung tritt er in zwei Rollen auf, als Nachweis der gesetzlichen Pflicht nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG) und als Nachweis für die BEG-Einzelmaßnahmen des BAFA. Beide beruhen auf derselben Rechenmethode, unterscheiden sich aber im Zielwert, und genau hier entstehen die teuersten Missverständnisse. Der Nachweis ist damit kein Selbstzweck, sondern das Dokument, an dem Genehmigung, Förderfähigkeit und spätere Auszahlung hängen. In Berlin und Brandenburg ist er wegen des alten, heterogenen Bestands besonders relevant, weil die Ausgangs-U-Werte je Baualter stark schwanken. Wir bauen den Nachweis so auf, dass er beide Zwecke gleichzeitig bedient und in die Förderdokumente übernommen werden kann.
Was bedeutet der U-Wert anschaulich?
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärmeleistung pro Quadratmeter Bauteilfläche bei einem Grad Temperaturunterschied verloren geht, gemessen in W/(m²K). Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung des Bauteils. Eine alte, ungedämmte Vollziegelwand liegt schnell über 1,3 W/(m²K), eine gut gedämmte Außenwand dagegen unter 0,20 W/(m²K). Dieser Unterschied entscheidet unmittelbar über Heizkosten und über die Förderfähigkeit. Der U-Wert beschreibt dabei den stationären Wärmestrom durch das fertige Bauteil, also inklusive aller Schichten und ihrer Dicken. Er ist nicht mit der Wärmeleitfähigkeit Lambda zu verwechseln, die nur eine Materialeigenschaft ohne Bezug zur Dicke ist. Für einen Berliner Gründerzeitaltbau bedeutet ein hoher Ausgangswert, dass schon eine Dämmung mit moderater Stärke eine große Wirkung entfaltet. Genau diese Wirkung machen wir im Nachweis nachvollziehbar sichtbar.
Wie wird der U-Wert konkret berechnet?
Berechnet wird der U-Wert für flächige, opake Bauteile wie Wände, Dächer und Decken nach DIN EN ISO 6946. Jede Materialschicht setzt dem Wärmestrom einen Widerstand entgegen, der sich aus der Schichtdicke geteilt durch die Wärmeleitfähigkeit Lambda ergibt. Ein dicker Dämmstoff mit kleinem Lambda liefert einen großen Widerstand, eine dünne Betonschicht mit großem Lambda nur einen kleinen. Alle Schichtwiderstände werden addiert, hinzu kommen die Wärmeübergangswiderstände innen (Rsi) und außen (Rse), bei einer Außenwand üblicherweise 0,13 und 0,04 m²K/W. Die Summe aller Widerstände ist der Gesamtwiderstand RT, und der U-Wert ist dessen Kehrwert, also U gleich 1 geteilt durch RT. Bei inhomogenen Bauteilen, etwa einer Wand mit Holzständern und dazwischenliegender Dämmung, mittelt die Norm die Widerstände flächenanteilig. Angesetzt werden dürfen nur die Bemessungswerte aus Produktdatenblättern oder Normtabellen, nicht optimistische Laborwerte. Genau diese Nachvollziehbarkeit prüft das BAFA im Rahmen von Stichproben, weshalb wir Material, Dicke und Lambda für jede Schicht dokumentieren.
Was ist das Bauteilverfahren im Bestand?
Im Bestand kann die Konformität nach dem GModG (früher GEG) auf zwei Wegen nachgewiesen werden, über das Bauteilverfahren oder über das Bilanzverfahren. Das Bauteilverfahren prüft jedes geänderte Bauteil einzeln gegen seinen maßgeblichen Zielwert, also Wand gegen Wandwert, Fenster gegen Fensterwert. Der Vorteil ist die Einfachheit, ein Bauteil, ein Zielwert, ein Nachweis, weshalb es der übliche Weg für einzelne Sanierungsschritte ist. Genau dieses Verfahren steht hinter dem klassischen Bauteilnachweis und passt zur Logik der BEG-Einzelmaßnahmen. Das Bilanzverfahren betrachtet dagegen das Gesamtgebäude und erlaubt, Schwächen an einem Bauteil durch Stärken an einem anderen auszugleichen, ist aber deutlich aufwendiger. Es ist immer dann nötig, wenn ein Effizienzhaus-Standard über die KfW-Wohngebäudeförderung 261 angestrebt wird. Für die meisten Vorhaben in Berlin und Brandenburg, die schrittweise mit Einzelmaßnahmen sanieren, ist das Bauteilverfahren der schnellste und günstigste Weg zum Ergebnis. Wir klären das Ziel zu Beginn, damit von Anfang an das richtige Verfahren genutzt wird.
Ist der Bauteilnachweis dasselbe wie ein Wärmeschutznachweis?
Im Kern ja, beide Begriffe meinen dieselbe Sache aus unterschiedlicher Perspektive. Der Wärmeschutznachweis wird auch Bauteilnachweis genannt, weil er die einzelnen Bauteile der thermischen Hülle hinsichtlich ihres Wärmeschutzes berechnet und bewertet. In der Förderpraxis meint man damit meist den U-Wert-Nachweis je Bauteil. Vom Energieausweis unterscheidet er sich deutlich, denn der Energieausweis bewertet das gesamte Gebäude überschlägig für Verkauf oder Vermietung, während der Bauteilnachweis einzelne Bauteile detailliert für Planung und Förderung betrachtet. Beide nutzen U-Werte, verfolgen aber unterschiedliche Zwecke und ersetzen sich nicht. Wer in Berlin oder Brandenburg eine Fassade dämmt, braucht den bauteilbezogenen Nachweis, wer verkauft oder vermietet, zusätzlich den Energieausweis. Auf Wunsch bündeln wir beide Leistungen, wenn ohnehin ein Verkauf oder eine Vermietung ansteht. So haben Sie Ist-Zustand und geplante Verbesserung sauber getrennt dokumentiert.
Rechnet man Fenster genauso wie eine Wand?
Nein, Fenster nehmen eine Sonderrolle ein und werden nicht schichtweise nach dem Verfahren für opake Bauteile gerechnet. Ihr Uw-Wert setzt sich aus dem Rahmen (Uf), dem Glas (Ug) und dem längenbezogenen Randverbund (Psi) zusammen und stammt aus der Herstellerdeklaration. Für den Bauteilnachweis übernimmt man den deklarierten Uw-Wert und prüft, ob er die maßgebliche Anforderung einhält. Nach § 36 GModG (früher § 48 GEG) genügt laut Anlage 7 ein Uw-Wert von 1,3 W/(m²K), die BEG-Förderung verlangt jedoch höchstens 0,95 W/(m²K). Ein Fenster kann also gesetzeskonform sein und trotzdem keinen Cent Zuschuss auslösen. Auch erdberührte Bauteile wie die Bodenplatte folgen einer eigenen Norm, weil dort andere Randbedingungen gelten. Wir prüfen deshalb für jeden Bauteiltyp die richtige Berechnungsgrundlage. So verhindern wir, dass ein neues Fenster in Berlin oder Brandenburg zwar eingebaut, aber die Förderung verfehlt wird.
Kann ich den U-Wert mit einem Online-Rechner selbst ermitteln?
Für eine erste Orientierung ist ein Online-Rechner nützlich, für einen förderfähigen Nachweis reicht er aber nicht. Entscheidend sind die korrekte Schichtannahme, der richtige Bemessungswert für Lambda und die saubere Dokumentation, und genau hier passieren die meisten Fehler. Prospekte zeigen oft den Wert eines idealen Aufbaus, im Bestand entscheiden dagegen die real vorhandenen Schichten, die Feuchte und die Anschlüsse. Ein kostenloser Rechner dokumentiert keine Bemessungswerte, prüft keine Wärmebrücken und keinen Feuchteschutz und ersetzt weder die Technische Projektbeschreibung (TPB) noch den Technischen Projektnachweis (TPN). Für die BEG-Förderung an der Gebäudehülle ist eine gelistete Energieeffizienz-Fachperson Pflicht, weil das BAFA TPB und TPN genau von dieser Person verlangt. Der vermeintlich gesparte Betrag steht in keinem Verhältnis zu einem verlorenen vier- oder fünfstelligen Zuschuss oder zu einem Bauschaden aus falsch angenommenen Werten. Ein sauberer Nachweis ist damit kein Kostenblock, sondern die Voraussetzung dafür, dass das BAFA den Zuschuss überhaupt bewilligen und auszahlen kann. Wir liefern die prüffähige Herleitung statt einer groben Schätzung.

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